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Warum Partizipation ?

Partizipative Herangehensweisen an den architektonischen Entwurf spielen eine zentrale Rolle beim Planen einer Schule in einem fremden Land oder gesellschaftlichen Kontext. Durch gegenseitige Aufklärung und Information über die lokalen Gegebenheiten und Erfahrungen bei Projekten in der Region und vergleichbaren kulturellen Hintergründen, können präzise Entscheidungen formuliert werden.

Bis heute wurden durch Architekten bereits viele verschiedene Strategien für die Partizipation und Planungstechniken entwickelt, die sich in den Entwurfsprozess integrieren und an die gegebene Aufgabe anpassen lassen. Für unsere Arbeit haben wir drei wesentliche Punkte festgelegt, die uns als Werkzeuge für die Entwurfsphase dienen.

 

EINANDER KENNENLERNEN                                  
Einer der wichtigsten Aspekte wird es sein, lokale Menschen kennenzulernen und ihren Alltag und Gebräuche zu verstehen. Dieser Teil des Prozesses spielt für uns als Designer eine Schlüsselrolle, da wir die Möglichkeit bekommen der Gemeinschaft und dem „Nutzer“ zugleich näher zu kommen und dadurch in die Lage versetzt werden, einen kontextgebundenen Entwurf zu erarbeiten. Bei diesem Prozess können wir die Bedürfnisse und Wünsche der Menschen vor Ort verstehen. 

MATERIALPROBEN UND WERKZEUGKASTEN                                  
Durch Instruktionen, Material- und Komponentenkataloge, die als gängige Methode zum Entwerfen und Bauen genutzt werden, kann ein partizipativer Schulentwurf entwickelt werden, der den tatsächlichen Bedürfnissen und Wünschen entspricht. Eine weitere Komponente des Partizipationsprozesses wird die Partizipation durch das Lernen sein. Um das Projekt abzuschließen, werden Einheimische den Rest des Gebäudekomplexes selbständig erbauen und verstehen müssen, wodurch ein weiterer Aspekt der Integration in die Gemeinschaft erfüllt wird. Während des Bauprozesses können durch Wissensaustausch innovative Bautechniken entstehen.

JEDER IST EIN ARCHITEKT
Der Material- und Konstruktionskatalog soll die Potentiale zeigen, was und wie gebaut werden kann. Durch Entwicklung neuer Alternativen für Baukomponenten und atmosphärische Zwecke zusammen mit der lokalen Gemeinde, wird die Schule zu einem gemeinschaftlichen Produkt, welches sowohl durch Diversität und Raffinesse als auch kulturellen Austausch gekennzeichnet sein wird. Das Ziel ist es, den Konstruktionskatalog möglichst flexibel zu halten. Das Projekt wird in einem Konstruktionshandbuch resultieren, welches es ermöglichen wird, dass Gebäude zu vervollständigen und zu erweitern. Dies wird Menschen erlauben das Projekt zu multiplizieren und eine angemessene Ausbildung zu sichern.

Jeder ist ein Designer und Architekt seiner Umwelt!

 

 

Partizipationspiel

Partizipation hat eine durchaus unterschiedliche Intensität und Effektivität. Es geht dabei um die Frage, wie eine enge Kooperation zwischen Nutzer und Architekt unter effektivem Einsatz der unterschiedlichen Expertisen und Kapazitäten erreicht werden kann und welche Rolle Architekten dabei schließlich einnehmen beziehungsweise einnehmen sollten.

Um mehr über die Bedürfnisse der Endnutzer vor Ort, nämlich der Kinder, sowie deren Wünsche und Träume zu erfahren, entwickelten wir ein Spiel, welches es uns erleichtert in deren Welt eintauchen zu können. Das intuitive Handeln und Spielen der Kinder, bietet uns die Möglichkeit, deren Erleben von Räumen zu verstehen und in gewünschte Raumatmosphären zu übersetzen. Aus den Wunschvorstellungen der Nutzer sowie den sichtbaren und unsichtbaren Stimmungsqualitäten des Ortes wird eine spürbare Architektur entwickelt.

Dank der Hermann-Nohl-Schule in Berlin, Britz war es uns bereits in Deutschland möglich, unser "Molekülspiel" mit einer Klasse im Vorlauf testen und verbessern zu können. Dabei kamen bemerkenswerte Ergebnisse heraus. Danke für den tollen Tag!